Standard-Wartungspläne basieren in der Praxis oft auf Erfahrungswerten, Sicherheitszuschlägen und festen Intervallen. Das ist nachvollziehbar – aber teuer: Bauteile werden zu früh getauscht, Fahrzeuge stehen unnötig in der Werkstatt, und gleichzeitig bleibt ein Rest-Risiko ungeplanter Ausfälle.
Die Algorithmus Schmiede entwickelt entscheidungsfähige Lösungen für operative Systeme genau dort, wo Standardsoftware und klassische Automatisierung an Grenzen stoßen. Ein typisches Beispiel: Condition Based Maintenance für Schienenfahrzeuge mit belastbaren, nachvollziehbaren Entscheidungen im laufenden Betrieb.
Im Folgenden zeigen wir unsere Vorgehensweise.
Digitaler Zwilling als Grundlage für zustandsbasierte Wartung
Der erste Schritt ist der Aufbau eines digitalen Zwillings des Schienenfahrzeugs. Dabei geht es nicht um ein theoretisches Modell, sondern um ein Betriebsmodell, das echte Alterungs- und Ausfallmechanismen abbildet.
Wie entsteht der digitale Zwilling?
- Experimente & Felddaten: Wir untersuchen, wie Geräte und Bauteile tatsächlich altern (Verschleiß, Drift, Lastkollektive, Umgebungseinflüsse).
- Domänenlogik: Technische Regeln und Systemzusammenhänge werden explizit modelliert (z. B. Abhängigkeiten zwischen Komponenten, Betriebszustände).
- Ergebnis: Ein Modell, das für jedes relevante Bauteil beschreiben kann, wann Wartung sinnvoll bzw. spätestens erforderlich ist.
Das Ziel ist nicht „mehr Daten“, sondern mehr Entscheidungsqualität: Was bedeutet ein Zustandssignal operativ – und welche Konsequenz folgt daraus?
Synchronisation von Betriebsdaten: pro Fahrzeug, pro Gerät
Sobald der digitale Zwilling steht, werden die Betriebsdaten jedes einzelnen Fahrzeugs in das Modell synchronisiert. So wird aus einer generischen Instandhaltungslogik eine fahrzeugspezifische Zustandsbewertung:
- Unterschiedliche Einsatzprofile werden berücksichtigt (Strecke, Last, Klima, Nutzung).
- Bauteile altern nicht mehr „im Durchschnitt“, sondern entlang ihres realen Betriebs.
Predictive Maintenance: Wartungstermin-Berechnung mit Konfidenzintervallen
Auf Basis der synchronisierten Zustände folgt die Wartungstermin Berechnung mit Predictive Maintenance: Wir berechnen den nächsten Wartungstermin nicht als festen Zeitpunkt, sondern mit Unsicherheit.
Konkret:
- Für jedes Gerät/Bauteil wird ein Zeitpunkt bzw. Zeitfenster bestimmt, wann Wartung notwendig wird.
- Diese Prognose wird mit Konfidenzintervallen versehen.
- Statt „gefühlter Sicherheit“ gibt es ein formal definiertes Risiko-Niveau.
Risikobasierte Entscheidung über Ausfallwahrscheinlichkeit
Ein zentraler Parameter ist die tolerierbare Ausfallwahrscheinlichkeit, z. B.:
- maximal 2 % oder 1 % Ausfallwahrscheinlichkeit bis zum nächsten Werkstatttermin.
Darauf basierend werden Thresholds gesetzt, die definieren, wann ein Wartungstermin spätestens stattfinden muss. Das ist entscheidend für den Betrieb: nicht nur „irgendwann“, sondern robust und prüfbar.
Digitaler Zwilling & Wartungsoptimierung: Termine bündeln, Stillstand minimieren
In der Realität existieren viele Einzeltermine aus unterschiedlichen Komponenten. Der nächste Schritt ist daher Wartungsoptimierung auf Systemebene:
- Wir nehmen alle ermittelten Wartungsbedarfe (pro Bauteil, pro Fahrzeug)
- kombinieren sie
- und lösen das Optimierungsproblem unter operativen Zielen und Nebenbedingungen.
Typische Zielgrößen:
- weniger Anfahrten / weniger Werkstatt-Slots
- minimaler Fahrzeugstillstand
- maximale Verfügbarkeit der Flotte
- robuste, planbare Wartungspakete (was wird beim Termin alles erledigt?)
Das Ergebnis ist nicht nur „ein Termin“, sondern eine optimierte Wartungsentscheidung: wann das Fahrzeug in die Werkstatt soll und welche Maßnahmen dann gebündelt durchgeführt werden.
Operativer Nutzen: längere Laufzeiten, weniger Wartung, bessere Planbarkeit
Aus dem beschriebenen Vorgehen ergeben sich zwei unmittelbare Benefits:
- Teile länger betreiben – ohne Blindflug
Statt konservativer Erfahrungswerte kann die Restlebensdauer gezielt ausgenutzt werden – mit kontrolliertem Risiko. - Hochoptimierte Wartungen mit geringerer Frequenz
Wartungen werden seltener und effizienter, weil Termine komponentenübergreifend gebündelt und operativ optimiert werden.
Kurz: Mehr Verfügbarkeit, weniger Kosten, weniger Überraschungen – und Entscheidungen, die im Betrieb standhalten.
Warum das zur Algorithmus Schmiede passt
Wir liefern hier kein Tool „von der Stange“ und keine Folien-Beratung, sondern robuste Entscheidungslogik für den laufenden Betrieb – inklusive Modellierung, Unsicherheitsbehandlung, Optimierung und produktiver Implementierung.
Gerade bei Condition Based Maintenance für Schienenfahrzeuge wird es relevant, wenn:
- harte Nebenbedingungen existieren (Werkstattfenster, Vorschriften, Verfügbarkeitsziele),
- Daten unvollständig oder unsicher sind,
- Entscheidungen nachvollziehbar und wartbar sein müssen,
- Standardansätze nicht mehr tragfähig sind.
Nächster Schritt
Wenn Sie Condition Based Maintenance für Schienenfahrzeuge von „Intervall & Bauchgefühl“ zu risikobasierter, optimierter Wartungsplanung entwickeln wollen, ist der Einstieg typischerweise eine technische Bestandsaufnahme: Datenlage, Systemgrenzen, Zielkonflikte, Betriebsrandbedingungen. Darauf aufbauend definieren wir den digitalen Zwilling und die Entscheidungslogik so, dass sie im operativen System zuverlässig funktioniert.
Wir analysieren Ihren Anwendungsfall, entwickeln ein passendes Modell und demonstrieren die erreichbare Genauigkeit an Ihren Beispieldaten.

