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Kollisionsfrühwarnung im Schienenverkehr

Objektdetektion, Bewegungsbahn‑Vorhersage und robuste Unfallvermeidung

Kollisionsereignisse im Bahnbetrieb entstehen selten aus einem einzelnen Fehler – meist sind es dynamische Situationen, knappe Reaktionszeiten, unklare Aufmerksamkeit der Beteiligten und harte physikalische Randbedingungen. Genau hier wird eine Kollisionsfrühwarnung für Schienenfahrzeuge relevant: nicht als Demo-Algorithmus, sondern als zuverlässige Entscheidungslogik, die im laufenden Betrieb funktioniert.

Die Algorithmus Schmiede entwickelt und implementiert solche Lösungen, wenn Standardsoftware, klassische Automatisierung oder interne Teams an fachliche oder zeitliche Grenzen stoßen. Im Fokus steht operative Entscheidungsfähigkeit: robuste Detektion, belastbare Prognosen und klare Auslöseentscheidungen – unter realen Bedingungen.


Voraussetzung: Schienenerkennung als Basis für jede Kollisionslogik

Eine Grundvoraussetzung für jede Kollisionsfrühwarnung ist, dass bekannt ist, wo die Schiene verläuft. Erst wenn die Fahrspur des Schienenfahrzeugs im Bild/Umfeldmodell zuverlässig rekonstruiert ist, lässt sich die Frage sinnvoll beantworten:

Welche Objekte befinden sich auf oder nahe der Gleisachse – und wie entwickelt sich die Situation in den nächsten Sekunden?

Die Schienenerkennung ist damit nicht „nice to have“, sondern der Referenzrahmen für alle nachgelagerten Entscheidungen.


Schritt 1: Objektdetektion – relevante Verkehrsteilnehmer und Hindernisse erfassen

Nach der Schienenerkennung folgt als erster operativer Baustein die Objektdetektion. Ziel ist es, bewegte (und je nach System auch statische) Objekte zu erfassen, die für eine Kollision relevant werden können – etwa Fahrzeuge an Bahnübergängen oder Personen im Gleisbereich.

Wichtig ist dabei: Die Detektion ist kein Selbstzweck. Sie muss so gestaltet sein, dass sie in die nachfolgende Prognose und Entscheidungslogik „durchdekliniert“ werden kann (Stabilität, Laufzeit, Fehlalarme, Wartbarkeit).


Schritt 2: Objektdetektion mit Bewegungsbahn‑Vorhersage (Trajektorienprognose)

Für eine belastbare Warnung reicht es nicht, ein Objekt „zu sehen“. Entscheidend ist die Objektdetektion mit Bewegungsbahn‑Vorhersage:

  • Aus aufeinanderfolgenden Bildern wird quantitativ abgeleitet, wie viel Zeit vergangen ist und wie weit sich ein Objekt bewegt hat.
  • Daraus lassen sich Geschwindigkeit und Beschleunigung bestimmen.
  • Das System erkennt damit nicht nur Bewegung, sondern auch Verhaltensänderungen: beschleunigt, bremst oder bleibt konstant.

Diese Trajektorienprognose ist zentral für Frühwarnung, weil sie eine Vorhersage ermöglicht, bevor ein Mensch die Situation sicher interpretieren kann.


Schritt 3: Frühzeitige Verhaltensindikatoren – Bremsen, Unaufmerksamkeit, Risiko

Aus der Bewegungsbahn‑Vorhersage lassen sich Indikatoren ableiten, die in operativen Situationen entscheidend sind:

  • Konstante Bewegung Richtung Gleis kann ein Hinweis auf fehlende Reaktion bzw. mangelnde Aufmerksamkeit sein.
  • Früh erkanntes Abbremsen ist maschinell oft sichtbar, bevor es menschlich eindeutig wahrnehmbar ist – und reduziert das Kollisionsrisiko in der Bewertung.
  • Bei Personen ist die Lage anders: Hier kann (systemabhängig) zusätzlich bewertet werden, ob eine Person das Fahrzeug wahrnimmt, z. B. über Kopf- bzw. Blickbewegungen als Aufmerksamkeitsindiz.

Damit entsteht pro Objekt eine robuste, handlungsorientierte Klassifikation, z. B.:

  1. Kollisionskurs ja/nein
  2. Wahrnehmung/Aufmerksamkeit wahrscheinlich ja/nein

Schritt 4: Entscheidung und Maßnahmen – Warnen oder Bremsen

Auf Basis der Klassifikation werden Maßnahmen ausgelöst, etwa:

  • Warnsignale (für Fahrer, Betriebspersonal, ggf. externe Warngeber)
  • Einleitung einer Bremsung (assistiert oder automatisiert – abhängig vom Gesamtsystem)

Wichtig ist hierbei die operative Anforderung: Die Logik muss mit Unsicherheit umgehen können (Messrauschen, wechselnde Sichtbedingungen, unvollständige Daten) und dennoch robuste, nachvollziehbare Entscheidungen treffen.


Warum Kollisionsfrühwarnung eine Schlüsselkomponente für autonomes Fahren ist

Eine funktionierende Kollisionsfrühwarnung ist eine notwendige Voraussetzung für Autonomes Fahren zur Unfallvermeidung im Schienenkontext:

  • weniger Unfälle
  • weniger Personenschäden
  • geringere Fahrzeugschäden
  • reduzierte Ausfallzeiten und Betriebsunterbrechungen

Autonomie beginnt nicht bei „KI“, sondern bei verlässlichen Entscheidungsfunktionen, die Randbedingungen, Laufzeiten und Sicherheitsanforderungen beherrschen.


Wie die Algorithmus Schmiede solche Systeme umsetzt

Die Algorithmus Schmiede positioniert sich bewusst nicht als reiner Softwareanbieter oder KI-Dienstleister, sondern als Eskalations- und Umsetzungspartner für schwierige, nicht-standardisierte Entscheidungsprobleme in operativen Systemen.

Typische Beiträge in Projekten wie Kollisionsfrühwarnung:

  • mathematische Modellierung der Situation und Randbedingungen
  • robuste Entscheidungslogik unter Unsicherheit
  • Simulation und Benchmarking (z. B. Szenarien, Grenzfälle, Fehlalarme vs. verpasste Ereignisse)
  • Implementierung in produktiven Systemen (Laufzeit, Wartbarkeit, Schnittstellen, Betrieb)

Ergebnis ist nicht „ein Algorithmus“, sondern Sicherheit und Entscheidungsfähigkeit im realen Betrieb.


Anwendungsfall im Überblick: Kollisionsfrühwarnung Schienenfahrzeug

Wenn Sie ein System benötigen, das Objekte detektiert, ihre Bewegungsbahn vorhersagt und daraus robuste Entscheidungen zur Unfallvermeidung im autonomen Fahren bzw. Fahrerassistenz ableitet, ist das genau die Klasse von Problemen, für die wir gebaut sind –

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